Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Dieser Satz aus der Bibel (5. Mose 8,3 / Matthäus 4,4) ist vielen vertraut – vielleicht sogar so vertraut, dass seine tiefere Bedeutung leicht überhört wird. Und doch stellt er eine zeitlose Frage: Wovon leben wir wirklich?
Sicher, wir brauchen Nahrung für unseren Körper. Doch wir sehnen uns ebenso nach dem, was unsere Seele stärkt und unseren Geist belebt. Die Frage „Wovon leben wir?“ lädt dazu ein, den Blick über das Materielle hinaus zu richten und wahrzunehmen, was uns innerlich trägt und wachsen lässt. Dazu gehören die Schönheit der Natur, die Kraft der Liebe, Dankbarkeit, der Atem, Momente der Stille und die Erfahrung von Verbundenheit mit anderen Menschen.
Gerade in einer Zeit, in der vieles aus dem Gleichgewicht geraten zu sein scheint, lohnt es sich, bewusst nach dem zu suchen, was uns trägt und innerlich nährt. Vielleicht entdecken wir dabei neu, wovon wir wirklich leben – und was wir auch anderen weitergeben können.
Renate Wüst

