Gott hat keine anderen Hände als unsere
Schon im ersten Monat dieses Jahres wurden Menschen überall auf der Welt von Unglücken und Katastrophen heimgesucht. Die Brandkatastrophe von Crans-Montana hat unser Land tief erschüttert und in grosse Trauer gestürzt.
Die Brutalität des Regimes im Iran macht uns fassungslos. Die Kriege in der Ukraine, im Sudan und an anderen Orten gehen unvermindert weiter. Das Völkerrecht, von dem wir glaubten, es sei unumstösslich, ist bedenklich ins Wanken geraten. In dieser Lage fragen sich nicht wenige: „Wie kann Gott das alles zulassen?“ Diese Frage impliziert, dass Gott für alles Übel in der Welt verantwortlich ist, sogar für menschliches Fehlverhalten.
Die Theologin und Mystikerin Dorothea Sölle kann uns in solchen Fragen eine echte Hilfe sein. Sie vertrat eine Theologie der radikalen Diesseitigkeit. Sie war der Meinung, dass Gottes Wirken in der Welt an unser Handeln gebunden ist:
Gott hat keine Hände, wir sind seine Hände!
Der Mittelpunkt ihrer Theologie ist die Liebe, die sich an Jesus orientiert. Diese Liebe verwirklicht sich durch unser Handeln und unser Gebet. Auf diese Weise übernehmen wir Verantwortung für diese Welt, Gottes Sache wird unsere Sache und wir werden zu Mitarbeitenden Gottes an seiner Welt.
Im Go(o)d Times vom 29. März, 17.30 Uhr, in der kath. Kirche Schönenberg wollen wir darüber nachdenken, wie Gott durch unsere Hände und unser Herz in der Welt wirksam werden kann. Sie sind herzlich dazu eingeladen.
Renate Wüest
